So schmeckt Nova Scotia: Die besten Tipps für Genießer & Foodies
Gastbeitrag von Reisebloggerin Melanie Schillinger. Nova Scotia ist kein Reiseziel, das du einfach nur besuchst – Neuschottland musst du unbedingt ...
Von Food- und Reiseblogger*innen Sabrina Kiefer und Steffen Jost.
Ihren Blog findet ihr hier: feedmeupbeforeyougogo.de
Atemberaubende Natur, quirlige Küstenorte, eine wechselvolle Geschichte und vielfältige Kulinarik – setzt Nova Scotia auf eure Reiseliste! Die Provinz an Kanadas Ostküste bietet beste Voraussetzungen für einen abwechslungsreichen Roadtrip, ganz besonders, wenn ihr es genauso liebt wie wir, nie weit vom Meer entfernt zu sein. Denn das bedeutet, dass ihr jederzeit die schönsten Zwischenstopps einlegen könnt: für kurze Strandspaziergänge, malerische Ausblicke auf schroffe Küsten, zum Paddeln und Kajaken, für einen köstlichen (Seafood-)Snack oder auch einfach mal zum Axtwerfen. Ein Küstenabschnitt auf unserer Rundreise durch Nova Scotia hat es uns besonders angetan: die Südwestküste. Wir nehmen euch mit entlang der South Shore von Cape Sable Island bis Lunenburg und stellen euch ein paar unserer Highlights auf der Route vor.
Wir starten am südlichsten Punkt Nova Scotias, der für uns einer der schönsten Orte unseres ganzen Roadtrips ist: Cape Sable Island. Die Insel an der Südspitze Nova Scotias ist durch einen schmalen Damm mit dem Festland verbunden. Dort erwarten euch einsame, lange Sandstrände und malerische Dünen, die auf eine wilde Küstenlandschaft treffen und beste Bedingungen für Vogelbeobachtungen bieten – perfekt, wenn ihr Natur liebt und paradiesische Ruhe sucht. Größter Ort der Insel ist das traditionelle Fischerstädtchen Clark’s Harbour.
Unser Ziel ist der raue Hawk Beach, den wir bei unserem Spaziergang fast nur mit unzähligen Vögeln und Krebsen teilen müssen. Zwischen Dünen und glasklarem Meer, das bei Ebbe die Überreste eines 1500 Jahre alten versunkenen Waldes freilegt, kann man hier bis zur südlichsten Spitze der Atlantikprovinz laufen. Dann zeigt sich in der Ferne das Cape Sable Lighthouse auf einer vorgelagerten Sandbank. Mit 31 Metern ist er der höchste Leuchtturm Nova Scotias.
Wieder zurück auf dem Festland geht es auf dem Highway 103 im Inland weiter in Richtung Shelburne. Wenn ihr etwas Zeit mitbringt, könnt ihr in Barrington nach Süden abbiegen und erst einmal die zerklüftete Küste an diesem Abschnitt Nova Scotias erkunden. Es warten weiße Strände, kleine Inseln und hervorragendes Seafood auf euch – nicht umsonst ist Barrington als „Kanadas Hummerhauptstadt“ bekannt.
Unser nächster Stopp ist das Black Loyalist Heritage Centre in Birchtown, knapp 7 km westlich von Shelburne. Das Museum informiert über die Geschichte der Schwarzen Loyalisten, der damals größten Gruppe freier Schwarzer außerhalb Afrikas, die 1783 nach dem Ende des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs in die britische Kolonie Nova Scotia floh. Am Beispiel einzelner Biografien könnt ihr im Museum viel über die etwa 3500 Schwarzen erfahren, die dort unter schwierigen Bedingungen ein neues Leben aufbauen mussten. Das Zentrum ehrt die Widerstandskraft der Black Loyalists und ihren Beitrag zur Geschichte Kanadas. Historische Gebäude wie eine alte Schule, eine Kirche und ein Friedhof sind Teil der Ausstellung und können auf dem 1,5 km langen Heritage Trail besichtigt werden.
Inzwischen ist es Zeit für einen Snack und eine Pause. Direkt an der Hauptstraße des beschaulichen Küstenorts Shelburne liegt die Boxing Rock Brewing Company. Die Brauerei wurde 2024 zur „Brewery of the Year“ gekürt und bietet in ihrem modernen Taproom abwechslungsreiche Craft-Biere (unbedingt probieren: das mit einer Goldmedaille ausgezeichnete IPA) und kulinarische Köstlichkeiten wie das Charcuterie Board mit regionalen Käse- und Wurstsorten, Zwiebelmarmelade, eingelegten Blaubeeren und selbst gebackenem Brot. Hier könnt ihr euch zudem in einer der Nationalsportarten Kanadas versuchen: dem Axtwerfen. Gar nicht so einfach, die Axt im richtigen Winkel fliegen zu lassen, aber es macht jede Menge Spaß!
Zum Übernachten möchten wir euch einen ganz besonderen Ort empfehlen: das White Point Beach Resort in Hunts Point, 60 km nordöstlich von Shelburne. Idyllisch zwischen Sandstrand und einem tiefblauen See gelegen, bietet die riesige Ferienanlage ganz unterschiedliche Unterkunftsarten – von Cottages und Baumhäusern mit Blick aufs Meer bis zu Glamping Domes (Glomes) mitten im Wald, die über einen eigenen Whirlpool verfügen. In einem der Glomes mit Blick auf den Sternenhimmel einzuschlafen und morgens beim Aufwachen Rehe durch die transparente Kuppelfront zu beobachten, gehört zu den schönsten Erlebnissen unserer Reise durch Nova Scotia.
Zudem bietet das Resort zahlreiche Aktivitäten: Kajaken oder Stand-up-Paddeln auf dem See, gemeinsames S’Mores-Grillen am Strand, Gruselgeschichten am Lagerfeuer – hier wird es euch garantiert nicht langweilig. Glaubt uns, ihr werdet gar nicht mehr abreisen wollen!
Bevor wir uns etwas länger an unserem letzten Stopp aufhalten, verbringen wir einen halben Tag in dem idyllischen Fischerörtchen Blue Rocks bzw. auf den Gewässern darum. Zerklüftete Küstenarme, kristallklares Wasser und malerische Landschaften machen Blue Rocks zu einem der atemberaubendsten Orte Nova Scotias, die man mit dem Kajak erkunden kann – und das gerade einmal 10 Minuten von Lunenburg entfernt. Bei einer geführten Kajaktour von Pleasant Paddling könnt ihr zunächst geschützt vor Wind und allzu rauen Wellen durch die engen Kanäle paddeln, während euch die Guides auf landschaftliche Besonderheiten sowie Tiere an Land und im Wasser aufmerksam machen. Bis ihr schließlich bereit seid fürs offene Meer. Dann nimmt die Intensität der Wellen etwas zu, ihr paddelt vorbei an kleinen Inseln und könnt den Blick über den weiten Ozean schweifen lassen. Mit etwas Glück erspäht ihr dabei Seehunde und andere Meeresbewohner. Auf unserer Tour begleitet uns eine Gruppe neugieriger Seehunde eine ganze Weile – so ein tolles Erlebnis! Wenn ihr Spaß am Kajaken habt, können wir euch die drei- bis sechsstündigen Touren nur ans Herz legen.
Für unsere letzte Station nehmen wir uns etwas mehr Zeit. Schließlich hat die charmante Hafenstadt Lunenburg viel zu bieten. Gegründet wurde sie 1753 hauptsächlich von deutschen und Schweizer Siedler*innen. Ihr historischer Stadtkern mit den charakteristischen farbenfrohen Holzhäusern ist 1995 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt worden. Auch uns ziehen die Häuser mit den leuchtenden Farben magisch an und wir wollen bei einer Walking Tour mehr darüber erfahren.
Um euch einen ersten Überblick über die Stadt zu verschaffen und in ihre interessante Geschichte einzutauchen, empfehlen wir euch eine Stadtführung von Lunenburg Walking Tours. Bei der „Lunenburg Sights & Spirits“-Tour lernt ihr die Stadt gleich auf drei unterschiedliche Arten kennen. Los geht’s mit einer Walking Tour durch das historische Zentrum, vorbei an den alten Kapitänsvillen, die mit ihrem mal knalligen, mal pastellfarbenen Anstrich und ihrer besonderen Architektur auf sich aufmerksam machen. Von unserem Guide erfahren wir, dass viele der Häuser im „Wedding-Cake-Stil“ gebaut sind und über eine verglaste Dachgaube im oberen Stock verfügen, von der aus die Frauen der Seefahrer den Hafen und damit die Heimkehr der Schiffe gut beobachten konnten.
Dass Schiffsbau und Fischerei eine lange Tradition in Lunenburg haben, wird beim zweiten Teil der Tour noch deutlicher, denn mit einem kleinen Fischerboot geht es raus aufs Wasser. Begleitet von maritimen Geschichten und Seemannsliedern könnt ihr dabei den Panoramablick auf Lunenburgs Hafen und die schöne Waterfront genießen.
Zurück an Land endet die dreiteilige Stadtführung in einer lokalen Brennerei, wo ihr nicht nur die historischen Hallen der Ironworks Distillery betreten dürft, sondern euch auch bei einem Tasting durch die hochprozentigen Köstlichkeiten probieren könnt (unser Favorit: der samtweiche Maple Rum).
Danach ist Zeit für einen Bummel am wunderschönen Hafen. Er war früher die Heimat der Bluenose, die einst als schnellstes Segelschiff der Welt berühmt wurde und noch heute die kanadische 10-Cent-Münze ziert. Ihre Nachbildung, die Bluenose II, könnt ihr im Hafen besichtigen und auch kurze Segeltouren mit ihr unternehmen.
Einen hervorragenden Blick auf Lunenburgs Waterfront habt ihr auch vom Biergarten der Lightship Brewery aus – vor allem am Abend, wenn das Licht die bunten Holzhäuser und die terrassenartig angelegten Straßen in ein warmes Gold taucht. Zum Sonnenuntergang könnt ihr hier abwechslungsreiche Craft-Biere genießen (es gibt sogar ein Lobster-Bier!) und der Musik lokaler Bands lauschen. Herrlich!
Das Haus mit dem riesigen Wal-Mural sollten sich Kaffeejunkies gut merken. In dem kleinen Coffeeshop erhaltet ihr Fairtrade-Kaffeespezialitäten in höchster Qualität und köstliche Snacks für zwischendurch, von Breakfast Croissants mit Ei und Speck über Eiersalat-Sandwiches bis Oatmeal Cookies.
Die älteste Brauerei Lunenburgs bietet nicht nur eine breite Auswahl an Bierspezialitäten aus Nova Scotia, sondern auch einige spannende Gerichte. Keinesfalls entgehen lassen solltet ihr euch die dekonstruierte Variante von Nova Scotias Nationalgericht: Bao-Donair. Statt wie gewohnt in einer Pita wird das gewürzte Fleisch mit Tomaten, Zwiebeln und der charakteristischen Knoblauch-Kondensmilch-Soße hier in gedämpften Bao-Buns serviert. Wir sind überzeugt! Ebenso von der leckeren Dill Pickle Pizza.
Ihr seht, es gibt viele gute Gründe, Lunenburg und die Südwestküste Nova Scotias auf eurem nächsten Roadtrip einzuplanen! Wenn ihr noch mehr Tipps und Ideen für schöne Zwischenstopps auf eurer Rundreise durch Nova Scotia sucht, schaut gerne auf unserem Blog vorbei und folgt uns auf Instagram.
Text und Fotos © Sabrina Kiefer und Steffen Jost
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